Als ich noch regelmäßig ins Büro ging, um einem Job nachzugehen, der mich zu keiner Zeit erfüllte, wurde ich immer wieder mal von kleineren oder größeren Nackenverspannungen heimgesucht. Und obwohl ich immer wieder meine Sitzposition auf diesem schrecklich unbequemen Bürostuhl änderte, tauchten diese Verspannungen immer wieder auf. Meinen Kindern ging es ähnlich. Mein Sohn hatte auch mit gelegentlichen Nackenverspannungen zu tun. Und meine Tochter hatte öfters leichte und auch mal stärkere Schmerzen im unteren Rücken. Unwissend, wie ich war, legte ich ihnen auch immer wieder nah, wie wichtig es ist, nicht auf dem Bett oder Ähnlichem Hausaufgaben zu machen. Ich erzählte ihnen immer wieder sie sollten sie am Schreibtisch auf dem Schreibtischstuhl erledigen. Das Ganze ging so weit, dass wir schließlich alle drei Monate zu einem speziellen Osteopathen in 80 km Entfernung fuhren. Dort ließen wir dann unsere Wirbelsäule „neu ausrichten“.

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Das war auch effektiv und hat dann auch etwas bewirkt. Aber bereits nach einigen Wochen passte sich unsere Wirbelsäule wieder dem Alltag an. Schließlich kündigte ich meinen Job und begann mit meinem Blog. Das war am Anfang gar nicht so leicht für mich, denn ich habe nur eine 3-Zimmer-Wohnung. In einem Zimmer war meine Tochter, in dem anderen mein Sohn und dann blieb nur noch mein Zimmer übrig. Meine Kinder hatten beide einen Schreibtisch, aber wenn sie aus der Schule kamen, brauchten sie diesen selbst. Da ich aber mit meinem Blog auch viel am Computer arbeiten musste, fing ich an, im Sommer auf dem Balkon auf meinen Sitzkissen zu arbeiten. Als es Herbst wurde arbeitete ich dann auf dem Boden in meinem Zimmer. Am Anfang verwendete ich vormittags noch  den Schreibtisch meiner Kinder. Doch nach einiger Zeit stellte ich fest, dass es dort wirklich unbequem für mich war. Und wenn ich dann am Boden arbeitete bekam ich nach einer gewissen Zeit keine Nackenverspannungen mehr.

Alles, was in meinem Blog geschrieben ist, wurde von mir im Knien, Liegen oder Hocken vor dem Laptop auf dem Boden geschrieben. Ich sehe keinen Grund mehr, mir einen Schreibtisch zu organisieren. Denn so ungewöhnlich und ungesund dies auch wirken mag, ich empfinde es als unglaublich angenehm, so zu arbeiten. Natürlich sollte auch immer wieder etwas anderes gemacht werden. Daher unterbreche ich jede alle halbe Stunde meine Computerarbeit, indem ich Sport mache, etwas esse oder sonstige Dinge tue.

 

Ist es denn artgerecht, wenn wir zusammengepfercht in Großraumbüros abgesehen von

einer Mittagspause acht Stunden starr dasitzen und uns nicht bewegen?

 

Wie könnte davon ausgegangen werden, dass unter diesen Umständen mit unserem Bewegungsapparat überhaupt alles stimmen könnte? Normalerweise will unser Körper doch bewegt werden und auf einem Stuhl zu sitzen ist eine absolut unnatürliche Haltung.

Egal wie merkwürdig und unzivilisiert es dir erscheinen mag, ich kann dir diese Art und Weise zu arbeiten wirklich empfehlen. Natürlich darfst du dieser Methode ein wenig Zeit geben, bis sie nicht mehr unangenehm für dich erscheint. Vielleicht kannst du ja auch einfach etwas Abwechslung in die Arbeitsposition bringen und mal am Boden und mal am Schreibtisch arbeiten. Wenn du im Büro nicht die Wahl hast, dann frage mal nach einem Stehpult. Das wird heute schon in vielen Büros verwendet und wird deinem Körper richtig gut tun. Ich jedenfalls habe seitdem überhaupt keine Rücken- oder Nackenprobleme mehr.

 

Lies hier welche Prozesse in deinem Körper ablaufen, wenn du anfängst barfuß zu laufen

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