Schon lange Zeit wehrte sich mein Körper gegen das häufige Haarewaschen und meine Haare waren bereits sehr trocken, ausgelaugt und fetteten dennoch schnell nach. Während ich noch vor 15 Jahren meine Haare nur einmal die Woche wusch, war es mittlerweile so weit, dass ich sie jeden zweiten Tag waschen musste. Und am zweiten Tag waren sie bereits wieder etwas fettig. Wenn ich abends  verabredet war, dann wusch ich sie gleich noch einmal und somit wurden sie immer empfindlicher. Es musste also dringend eine Lösung her.

hair-690127_1280

Ich entschied mich dazu, auf chemische Produkte zu verzichten. Zwar verwendete ich schon lange Shampoos aus dem Bioladen, aber auch das reichte mir nicht. Ich fing an nach Alternativen zu suchen, wurde fündig und probierte verschiedene Alternativen aus.

Die Roggenmehl-Methode:

Bei der Roggenmehl-Methode wird eine Paste aus Wasser und Roggenmehl verwendet. Hierzu werden je nach Haarlänge zwei bis drei Esslöffel Roggenmehl in etwas Wasser gegeben und mit einer Gabel verrührt, bis sich die Klümpchen aufgelöst haben. Nun lässt man diese Paste für mindestens zehn Minuten durchziehen, damit sich die Nährstoffe lösen und verwendet die Paste ganz normal unter der Dusche wie Haarshampoo. Fazit: Nach einigen Wochen wurden meine Haare sehr trocken und haben sich relativ schnell elektrisch aufgeladen. Mit dieser Methode sollte sehr achtsam umgegangen werden, da beim Abduschen oft Paste am Hals und den Ohren hängen bleibt und trocknet und das alles leider oft unbemerkt. Für mich war es aber die ideale Methode, um mich vom ungesunden Haarshampoo zu befreien und so halte ich sie für sehr gut geeignet zum Übergang, um ganz ohne Haarwäsche auszukommen.

 

Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass es noch immer nicht die optimale Lösung für mich war und so entschied ich mich, meine Haare darauf vorzubereiten, gar nicht mehr auf das Waschen angewiesen zu sein, brauchten doch auch Tiere keine Produkte, um ihr Fell sauber und gepflegt zu halten.

 

Um meine Haare nur mit Wasser zu waschen, brauchte es einige Zeit und Nerven, denn meine Haare erlebten nun den fettigsten Zustand ihres Daseins. Nachdem ich die ersten vier waschfreien Tage hinter mir hatte, ging es los: Meine Haare waren so fettig wie nie zuvor, doch damals war ich noch angestellt und musste ins Büro und der Anblick meiner Haare ließ vermuten, dass sich dieser Zustand in den nächsten Tagen nicht verbessern würde. Ich fing an mir die Haare hochzustecken und breite Haarbänder zu tragen, um anderen den etwas verstörenden Anblick zu ersparen. Meine Kollegen schauten mich bereits nicht sonderlich verständnisvoll an und nachdem ich ihnen von meinem Projekt berichtete, waren sie auch nicht wirklich begeistert. Draußen trug ich nur noch Mützen oder Kapuzen, so sehr schämte ich mich bereits für meine fettigen Haare. Ich wusste aber, dass ich weitermachen sollte und war überzeugt, dass ich am Ende für meine Geduld belohnt werde.

Gelegentlich verwendete ich Hilfsmittel wie Maisstärke, die ich über mein Haar streute, fünf Minuten im Haar einwirken ließ und dann wieder auskämmte. Die Maisstärke saugt das Fett ein wenig auf und kann sehr gut als Ersatz für ein Trockenshampoo verwendet werden. Da sich die Maisstärke nicht immer vollständig auskämmen lässt, sollten Schwarzhaarige darauf verzichten und können stattdessen Kakaopulver verwenden. Dieser Trockenshampooersatz half mir in diesen schweren Zeiten und ich konnte meine Situation erträglicher machen, weshalb ich sie für den Übergang auch weiterempfehle.

Nach circa zwei Monaten bemerkte ich plötzlich eine Veränderung in meiner haarigen Situation und das Fett ging leicht zurück. Dieser Prozess zog sich allerdings über vier Wochen, aber jeden Tag reduzierte sich das Fett in meinen Haaren ein wenig mehr. Endlich stellte sich ein Zustand ein, der erträglich war, und meine Haare waren nur noch minimal fettig. Ich empfand die Struktur meiner Haare als angenehm und konnte es mir gar nicht mehr vorstellen, meine Haare zu waschen. Mir gefiel dieses Gefühl von leicht „gewachsten“ Haaren. Das Haar fühlte sich für mich irgendwie genährt an.

 

Was dann geschah:

Nach ein paar Tagen ging ich zu meiner Friseurin, um meine Haare schneiden zu lassen und ich wies sie darauf hin, meine Haare bitte nur mit Wasser zu waschen. Sie gab mir vor dies zu akzeptieren, aber ehe ich es realisierte, griff sie dann doch schnell zum Shampoo und wusch damit meine Haare. Sie erklärte sich damit, dass sie mir eine Freude machen wollte. Als ich nach Hause kam und meine Haare langsam trockneten, spürte ich bereits die Auswirkungen. Meine Haare waren elektrisch geladen und ich hatte das Gefühl, als hätte ich in eine Steckdose gefasst. Ich nahm sie nun als irgendwie getrennt  und völlig nackt von ihrem natürlichen Schutz, dem pflegenden Fett wahr. Die Kopfhaut fing an zu jucken und ich bekam Kopfschmerzen. Nach diesem Erlebnis war mir eines klar: Meine Entscheidung, meine Haare nicht mehr mit irgendwelchen Produkten zu waschen, war absolut richtig, denn nun bemerkte ich den Unterschied und wie angenehm sich die Haare anfühlen, wenn sie natürlich, nämlich durch die körpereigene Pflege genährt werden.

Zum Glück dauerte meine Haarwasch-Entwöhnungs-Prozedur nun nur zehn Tage, sodass ich bereits nach zehn Tagen wieder ein angenehmes Gefühl auf dem Kopf hatte. Aber obwohl es kein Problem mehr für mich war, in die Öffentlichkeit zu gehen, war ich nicht völlig zufrieden mit meinen Haaren. Sie waren zwar soweit ganz in Ordnung, aber ein wenig Fett wollte einfach nicht verschwinden, so dass ich weitere Maßnahmen ergriff.

 

Die Haare richtig und gründlich bürsten:

Da ich ohne Plastik und Metall auskommen wollte, war es klar, eine Bürste aus Naturmaterialien musste her! Normalerweise werden Wildschweinborsten verwendet, um effektiv durch die Haare durchzukommen. Da es für mich aber unakzeptabel ist, tierische Produkte zu verwenden, probierte ich verschiedene andere Bürsten aus und entschied mich für diese Kombi:

  1. Mit der Ahornbürste geht es los und zunächst kämmst du deine Haare ganz normal durch. Wichtig hierbei ist, dass du deine Haare auch über Kopf kämmst und dabei gründlich deine Kopfhaut massierst. So wird die Durchblutung in deiner Kopfhaut angeregt. Du solltest mindestens 40 Bürstenstriche mit der Ahornbürste machen.
  2. Weiter geht es mit der Sisalbürste. Da die Borsten der Sisalbürste nachgeben, ist es wichtig, das Haar von allen Seiten und Winkeln zu kämmen. Mit der Sisalbürste sorgst du dafür, dass der Talg an der Kopfhaut in die Längen verteilt wird. Und ob du es glaubst oder nicht, dies pflegt deine Haare enorm und tatsächlich reduziert deine Kopfhaut so die Talgproduktion.

Nach meiner Erfahrung ist das Nachfetten der Haare auch abhängig vom Essverhalten. Ich habe beobachtet, dass wenn ich mich als Rohköstlerin im Sommer vorwiegend von Früchten ernähre, meine Haare kaum mehr fettig werden und ich sie nicht einmal mit Wasser spülen muss. Einzige Voraussetzung ist das regelmäßige und gründliche Bürsten der Haare. Im Winter, wenn ich viel Kohl und Salate esse, fetten sie etwas mehr, dann spüle ich meine Haare gelegentlich mit Apfelessig oder auch mit Salzwasser.

 

Tipps für ein shampoofreies Leben:

  • Maisstärke als Ersatz für Trockenshampoo an besonders schwierigen oder wichtigen Tagen
  • Breite Haarbänder, Spangen und Mützen für den Übergang
  • Die Haare gelegentlich mit Apfelessig oder Salzwasser ausspülen (Meereswasser ist am besten)
  • Bürsten, bürsten, bürsten … wenn du täglich die richtigen Bürsten verwendest, bekommst du die besten Ergebnisse. Deine Haare fangen an zu glänzen und mit der Verteilung des Talgs in die Haarlängen pflegst du diese optimal und die Talgproduktion in deiner Kopfhaut verringert sich. Diese Bürsten kann ich dir empfehlen: Ahornbürste + Sisalbürste Du benötigst auf jeden Fall auch noch einen Bürstenreiniger.

 

 

Immer wieder habe ich mich gefragt, warum wir Menschen so viel Chemie in unserem Alltag verwenden, während wild lebende Tiere absolut gar nichts benötigen und sie trotzdem sauberes Fell, gesunde Zähne und auch allgemein einen gesunden und gekräftigten Körper haben. Die erste Frage, die man sich stellen darf, ist die Frage, wer davon profitiert, dass wir diese Chemie verwenden. Die Antwort liegt ganz klar auf der Hand. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten und vielleicht auch sogar Jahrhunderten eine Menge Propaganda betrieben, um uns davon zu überzeugen, dass wir verschiedenste Produkte benötigen, um ein gutes Leben zu führen. Als eine Modeerscheinung eingeführt, gewöhnte man sich schnell daran und machte diese Dinge zu einem Standard in unserer Lebensweise. Mittlerweile empfinden es die meisten Menschen in unserer Gesellschaft ekelhaft kein Shampoo oder Duschgel zu verwenden und sie vertrauen ihre Gesundheit lieber Chemiekonzernen als der Natur an. Allergien und andere, immer mehr auftretenden Zivilisationskrankheiten haben uns gezeigt, dass etwas grundsätzlich falsch läuft. Es ist an der Zeit unser Leben wieder mehr mit der Natur in Einklang zu bringen. Parfums, Shampoos, Duschgel und die meisten anderen sogenannten Hygieneartikel irritieren unseren Körper, schaden ihm und gehören eigentlich auf den Sondermüll. Kein frei lebendes Tier benötigt es, um sauber und gepflegt zu sein. Nachdem du eine Weile auf diese Dinge verzichtet hast, regeneriert sich dein Körper wieder und du wirst sehen, wie gut es tut, wenn für die Haut notwendige Bakterien nicht mehr mit Chemie weggewaschen werden.

 

 

 

Alternativen zu Zahnpasta – Zahnputzpulver selbst gemacht

smile-191626_1280-1024×682