Bereits Kleinkinder werden mitunter schon am frühen Morgen zum Fernsehen oder vor den Computer gesetzt, damit Mama und Papa ausschlafen, ihren Kaffee in Ruhe trinken oder sich anderweitig beschäftigen können. Es ist ja auch so einfach. Das Kind schreit oder nervt und man macht einfach die Kiste an und es herrscht Ruhe. Schon kann man seinen Vorlieben nachgehen oder arbeiten. Und solange der Fernseher läuft, bleibt es in der Regel auch ruhig, denn die Kinder sitzen schön hypnotisiert vor der Glotze und haben für die nächsten Stunden keine Bedürfnisse mehr. An was sind wir dann wirklich bei unseren Kindern interessiert, wenn nicht daran mit ihnen zu kommunizieren und Zeit zu verbringen? Und wie wirkt sich das langfristig auf uns alle aus?

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Kinder können heute die kleinsten und einfachsten handwerklichen Dinge nicht bewerkstelligen und fangen mittlerweile auch oft spät an zu sprechen. Dafür sind sie aber bereits als Kleinkinder wahre Experten, wenn es um die Bedienung von Handys & Tablets geht. Erste gesprochene Worte nach „Mama“ sind oft „Handy“ oder Ähnliches. Wie du überall beobachten kannst, lenken sich nicht nur Kinder und Jugendliche mit Fernsehen & Co. ab, sondern auch Erwachsense. Mütter schieben ihren Kinderwagen durch die Gegend, während ihre Finger und Blicke ständig am Smartphone haften, anstatt mit ihrem Kind zu kommunizieren und die Umgebung wahrzunehmen. Es ist für die meisten Menschen völlig normal nach einem 8-Stunden-Tag (häufig im Büro vor dem PC) sich abends dann auch noch vor den Fernseher oder dem PC zu setzen um zu „entspannen“. Doch was für eine Entspannung ist das eigentlich?

 

 

Und wie läuft bei dem Großteil von Menschen so ein Alltag eigentlich ab?

  1. Du stehst morgens auf und checkst deine Nachrichten auf dem Smartphone. Meist wirst du auch noch durch das Smartphone geweckt.
  2. Dann fährst du in die Arbeit. Die meisten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, beschäftigen sich die Zeit in Bus und Bahn wieder mit ihrem Smartphone. Es wird gespielt, gewhatsapped, Videos angeschaut oder Musik gehört.
  3. Nun geht es für die meisten ins Büro. Und wie arbeiten wir? Natürlich an einem PC und diejenigen, die nicht im Büro arbeiten, sind dennoch zwischendrin an einem Computer beschäftigt. Hier wird erst einmal für einige Stunden hineingeglotzt, bis es in die Mittagspause geht. Natürlich wird dann erst einmal das Smartphone auf neue Nachrichten abgecheckt.
  4. Wir arbeiten bis in den frühen Abend weiter an einem Computer und fahren dann ins Handy schauend nach Hause.
  5. Und was geschieht dann? Wie verbringen wir nun unsere Freizeit? Um vom Alltag herunterzukommen, hocken sich die meisten Menschen vor den Fernseher oder PC und denken sie würden sich damit tatsächlich entspannen.

Hast du dich schon einmal gefragt, wie natürlich das eigentlich ist? Und entspannst du dich wirklich damit? Und wie sieht es denn mit deinen Augen aus? Denkst du, die entspannen sich dadurch? Die Augen sind dafür ausgerichtet, ihren Fokus im Wechsel zwischen nah und fern zu legen und in verschiedensten Winkeln auf Dinge zu schauen. Beim Fernsehschauen geschieht das nicht. Die Augen sind immer im gleichen Winkel und werden fixiert auf ein Bild. Mit dieser Lochbrille kannst du müde Augen wieder munter machen und deine Augenmuskulatur wieder kräftigen und Sehschwäche und trockene Augen verschwinden.

Aber nicht nur deine Augen werden fixiert, sondern auch deine Aufmerksamkeit, dein Interesse und dein ganzes Wesen. So vergisst du zu essen, vergisst die Natur, vergisst deine Freunde, vergisst deine Familie und vergisst dich selbst. Du befindest dich in gewisserweise in einem hypnotischen Zustand und wirst ferngesteuert. Außerdem ist die virtuelle Welt nun für dich zur Realität geworden, während die echte Welt, in der echte Menschen, Tiere und Natur zu finden sind, immer mehr außerhalb deiner Realität gerät. In deinem Leben agierst du nun aufgrund falscher Realitäten. Es kommt der manipulative Charakter der Medien hinzu, der uns dazu bringt, Dinge als normal zu erachten, die wir sonst völlig anders sehen würden. Wir haben aufgehört selbst zu denken und fühlen und vertrauen blind darauf, was uns eingetrichtert wird.

 

 

Wie sieht es denn nun in unseren Beziehungen aus, wenn wir am PC, Tablet, Handy oder beim Fernsehen hocken?

 

  • Wir nehmen oft gar nicht wahr, wenn wir angesprochen werden.
  • Wir reagieren gereizt, wenn wir von unseren Familienmitgliedern oder Freunden unterbrochen werden.
  • Selbst wenn wir bereits gemeinsam am Esstisch sitzen, ist unsere Aufmerksamkeit oft nicht voll da, weil uns die Beschäftigung vor dem Bildschirm immer noch gefesselt hält. Sollten wir dennoch miteinander kommunizieren, neigen wir oft dazu uns über das erlebte virtuelle Geschehen auszutauschen.

Durch Fernseher und Computer haben wir verlernt, miteinander authentisch und offen zu sprechen. Wir haben verlernt, unser Gegenüber anzuschauen und diese Person als Wesen wahrzunehmen, dem uneingeschränkte Aufmerksamkeit zusteht. Wenn einmal Handy, Computer und Fernseher nicht vorhanden sind, wissen viele Menschen plötzlich nichts mehr mit sich anzufangen. Somit kann unsere Gesellschaft als stark süchtig eingestuft werden. Und diese Sucht nach elektronischen Medien wird in unserer Gesellschaft leider nicht als eine Sucht angesehen und deshalb nicht entsprechend behandelt. Denn schließlich ist es in unserem System ja ganz normal, dass sich jeder mit Computern, Handys und Fernsehern beschäftigt. Meines Erachtens ist diese Sucht mindestens genauso gefährlich wie eine Drogensucht. Denn diese Sucht ist gesellschaftlich anerkannt und macht uns zu willenlosen Menschen.

 

 

Wage einmal ein Experiment in deiner Familie oder deiner WG:

 

Schaltet alle Handys, Fernseher und Computer für einen ganzen Tag an einem Wochenende aus. Wartet ab, was geschieht! Am Anfang weiß manches Mal keiner mehr etwas mit sich anzufangen. Und da kann dann einiges an Emotionen hochkommen. Doch nach einer gewissen Zeit, versucht sich jeder anderweitig zu beschäftigen. Da wird plötzlich miteinander gekocht, gespielt – ja und sogar gesprochen. Oder es wird ein Buch gelesen oder auf einmal aufgeräumt. Manch einer verlässt dann sogar die Wohnung und geht in die Natur. (und hoffentlich nicht ins nächste Kino)

Wenn du bereit bist und wieder mehr Be-Ziehung zu deinen Mitmenschen erleben möchtest, dann bespreche dies mit ihnen und auch die Vorteile davon. Am Anfang ist das nicht leicht, da man ja gewohnt ist mit Computern zu kommunizieren und nicht mit Lebewesen, aber nach einer Zeit lernt man wieder die Vorteile zu schätzen und Seelen können sich wieder be-rühren.

Ich auf jeden Fall erinnere mich an Zeiten ohne Fernseher. Wir haben einfach abends zusammen gespielt, geredet oder sogar gebastelt. Wir sind viel in der Natur gewesen, haben Fahrradtouren gemacht und Beeren gepflückt. Es gab unzählige verschiedene Möglichkeiten und wir waren als Kinder draußen eine riesige Gemeinschaft.

 

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