Als ich kürzlich im Wald war, habe ich mir wieder eine große Hand voll Giersch mitgenommen. Ich liebe dieses Kraut, auch wenn es von den meisten Menschen als sogenanntes Unkraut bekämpft wird. Interessanterweise wird gegen dieses „Unkraut“ vorgegangen, um Gemüse zu pflanzen, welches dann über weitaus weniger Nährstoffe verfügt, als Giersch selbst. Da Giersch eine Wildpflanze ist, wächst Giersch genau dort, wo die Bedingungen für ihn optimal sind. Da die Wurzeln tief in die Erde gehen, versorgt uns der wilde und nährstoffreiche Giersch mit einer hohen Dosis an Mineralstoffen, die tief aus Mutter Erde kommen. Ackerböden und andere Flächen, auf denen gepflanzt wird, sind durch das regelmäßigen Anbauen längst ausgelaugt und so verfügen die angebauten Gemüsesorten auch durch Züchtung über einen sehr geringen Mangel an Mineralstoffen.

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Giersch, auch Dreiblatt, Geißfuß oder Erdholler genannt, wurde früher ganz besonders gegen Gicht eingesetzt. Der lateinische Name Aegopodium podagraria verrät es bereits, denn Podagraria bedeutet Gicht. Dieses herrliche Kraut, das vom Frühjahrsbeginn bis zum Herbst zahlreiche Wiesen in Parks, Gärten, an Wegesrändern und in Laubwäldern bedeckt, lässt sich aber nicht nur ganz hervorragend gegen Gicht einsetzen. Auch die folgenden Zustände kann dieses Heilkraut verbessern.

  • Husten
  • Krampfadern und Hämorrhoiden
  • Insektenstiche
  • Rheuma
  • Verbrennungen
  • Verstopfungen
  • Wurmbefall
  • Rheuma

So wirkt es darüber hinaus

  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • abführend
  • beruhigend
  • antibakteriell
  • kräftigend

 

Wenn der erste Giersch sichtbar wird, dann ist der Frühling nicht mehr weit und er kann dann sofort als Blattgemüse verwendet werden. Er eignet sich für Suppen, Smoothies, Salate und ich mache mir mit ihm auch gerne mal einen herrlich energetisierenden Saft. Übrigens soll Giersch schon seit der Steinzeit existieren und auch verzehrt werden und schon im Mittelalter wurde er für verschiedene Leiden als Heilkraut verwendet. Giersch wurde im Gegensatz zu Gemüse nie gezüchtet und versorgt und freiwillig mit seinen wunderbaren Blättern. Dadurch, dass er nicht gezüchtet und verändert wurde, verfügt er noch über die selben Inhaltsstoffe, wie schon seit Jahrhunderten, während angebautes Gemüse heute nur noch über einen geringen Prozentsatz von den ursprünglichen Sorten verfügt.

 

Inhaltsstoffe im Giersch:

  • Cumarine
  • Kaffeesäure
  • Kalium
  • Vitamin C
  • Calcium
  • Harze
  • Eisen
  • Magnesium
  • Mangan
  • Saponine
  • Vitamin A
  • Bor

 

Gegen Anfang Oktober zieht sich der Giersch dann wieder allmählich zurück und macht Platz für den Winter, bis er uns dann wieder im März beglückt. Im Winter bekommen wir meist nicht genügend Nährstoffe und so ist es umso wichtiger, uns mit dem fantastischen und kostenlosen Superfood Giersch jetzt einzudecken. Um sicherzustellen, dass du dich auch im Winter mit den wertvollen Inhaltsstoffen versorgen kannst, kannst du ihn mit einem Gummiband zusammenbinden und kopfüber zum Trocknen aufhängen. Sobald er getrocknet ist, kannst du ihn in einem Mixer, Küchenmaschine oder Kaffeemühle vermahlen und in einem Glas aufbewahren. Wenn du von dem Pülverchen immer mal wieder etwas in deinen Smoothie oder Salat gibst, dann bist du den ganzen Winter mit den wertvollen Inhaltsstoffen versorgt.

 

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