Schon lange spürte ich ein tiefes Bedürfnis in mir, meinen Sport nicht mehr zu Hause zu machen, sondern in der Natur. Doch Joggen oder Fahrradfahren war ich schon öfters und war davon stets ziemlich gelangweilt. Und weiter zu Hause trainieren, oder gar in den Fitnesscenter zu gehen, erschien mir sinnlos, denn ich wollte ja mit Mutter Natur verbunden sein und ihre Luft mit jedem Atemzug in mich aufnehmen. Also fing ich an frei zu laufen…

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Also was meine ich mit frei laufen? Ich meine damit, neue Wege zu gehen und zwar mit jedem weiteren Lauf und das im wahrsten Sinne. Keine Wege, die üblicherweise gelaufen werden, an denen man schon weiß, was einen erwartet, sondern Wege, die in dem Moment erschaffen werden, wo du sie läufst, ohne Plan, ohne Uhr, ohne Handy, ohne normale Schuhe, sondern mit Barfußschuhen, mit denen du alle Veränderungen des Bodens, auf dem du dich bewegst, wahrnimmst. Frei von gleichmäßigem Tempo oder gleichen Bewegungen, frei von Orientierung, frei von Langeweile, frei von Erwartungen, aber offen für alles was sich dir bietet.

In den frühen Morgenstunden ging ich also in den Wald und lief los…..

Jeden Schritt, den ich mache, fühle ich, fühle ich ganz und gar, fühle mich ganz und gar, fühle Mutter Erde ganz und gar.

Ich nehme die Steine, das Gras, Stöcke und Baumwurzeln wahr, spüre meinen Atem und laufe weiter. Meine Impulse lassen mich jede Sekunde neu entscheiden, wohin ich meinen nächsten Schritt setze und ich dringe immer tiefer in den Wald vor. Der Wald wird dichter, dunkler und geheimnisvoller.

Ich nehme mehrere Eichhörnchen wahr und laufe weiter. Ich spüre, wie ich Last verliere und immer freier werde. Der Wald wird enger und ich schlängle mich nun um die dicht vernetzten Bäume herum. Aber ich gehe weiter. Alles bebt. Der Wald und mein Körper. Sie scheinen sich in einem magischen Rhythmus miteinander verbunden zu haben. Ich laufe weiter und der Wald lichtet sich ein wenig. Meine Intuition führt mich zu einer Lichtung mit einer wunderschönen Wiese, auf denen farbenprächtige Blumen ihre Schönheit nach außen tragen. Jede einzelne bemüht sich, diese Wiese zu einer Wiese der Magie zu machen…

Ich nehme das Klopfen eines Spechtes wahr und beobachte einen Hasen über die Wiese rennen. Ich laufe weiter, gebe meinem Impuls nach, eine scharfe Rechtskurve zu nehmen und laufe wieder in die Weite und Stille des Waldes hinein. Kein einziger Mensch begegnet mir. Nur die Stille des Waldes, das Knacken des Gehölzes und mein tiefer Atem, der meine Lungen und meinen Bauch mit Licht und Frische füllt. Meine Arme bewegen sich nicht wie gewohnt, nein, sie führen tanzende, rhythmische Bewegungen aus und berühren sanft im Vorbeilaufen die Äste und Zweige dieses wunderschönen Waldes…

Ich weiss nicht mehr, wo ich bin, habe meine Orientierung verloren und fühle mich frei. Frei von Zeitplänen, frei von Erwartungen, frei von Verpflichtungen…

Obwohl es ein kühler Herbsttag ist, friere ich nicht. Ich ziehe meine Jacke aus und laufe im T-Shirt weiter. Ich fühle mich genährt und geliebt durch meinen Lauf in dieser magischen Umgebung…

Auf einmal fühle ich, dass ich der Wald bin und der Wald ich. Ich habe keine Ahnung wie ich zurückfinde, aber das beunruhigt mich keineswegs. Der Wald öffnet sich wieder etwas und führt mich an einen Bach. Ich ziehe meine Hose und Barfußschuhe aus und möchte den Bach durchqueren. Das kühle Nass wirkt unglaublich energetisierend auf meinen Körper und ich fange an, mein Weg im Bach fortzusetzen. Niemals zuvor erfuhren meine Beine zu dieser Jahreszeit offenes Gewässer. Doch nun verlangten sie geradezu danach, ihren Weg hier fortzusetzen…

Nach einer gefühlten halben Stunde verlasse ich den Bach und es erstreckt sich eine Wiese vor mir. Neben der Wiese liegt ein Wald, der mir wie ein magischer Zauberwald erscheint. Ich bin im Märchen, in einer anderen Welt, einer anderen Zeit. Ich laufe geradewegs in diesen Zauberwald hinein und lade mich mit seiner magischen Energie auf. Ich laufe weiter und es entsteht eine tiefe Stille in mir. Die Stille des Waldes, des Einssein mit unserer Natur, des Einssein mit mir selbst. Ich bin ein Teil der Stille und laufe weiter…

Ich gelange wieder an eine Lichtung, auf der ein umgekippter Baum liegt, lege mich auf ihn, ziehe meine Schuhe aus und fühle mich vereint. Über mir glänzt ein strahlendblauer Himmel und durch die Zweige der nahe gelegenen Bäume, blinzelt mir die Sonne zu. Ich schließe die Augen, atme, fühle, bin. Bin leicht, bin ich, bin alles, bin frei.

Ich klettere den Baum hoch und singe…….

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„Derjenige, der den Weg der Menge folgt, wird gewöhnlicherweise nicht weiter kommen als die Menge.
Aber der, der seinen eigenen Weg geht, findet sich an Plätzen wieder, wo vor ihm niemals jemand gewesen ist“

 

Wenn du nach erfüllender Bewegung in der Natur suchst, dann kann ich dir das freie Laufen empfehlen. Es entgiftet körperlich und seelisch, kräftigt deinen Körper, nährt dich seelisch und körperlich und du entwickelst einen unbändigen Drang, dies zu wiederholen. Freies Laufen ist Abenteuer, Reinigung, Heilung, Verbundenheit und Glück!

Laufe am besten in Barfußschuhen, so kannst du alles unter deinen Füßen wahrnehmen, bist achtsamer und deine gesamte Körperhaltung verbessert sich. Obwohl du alles wahrnimmst, kommen keine spitzen Gegenstände durch die Sohle. Wenn du nur frei gehen möchtest, dann probiere dies barfuß ohne jegliche Schuhe aus! Es ist ein fantastisches Gefühl und erdet dich.

 

Hier geht´s zu meinem Artikel, 4 Dinge die passieren, wenn du barfuß läufst

 

Hier gibt´s die Barfußschuhe

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