Seit ich mich rohköstlich ernähre, litt ich zugegebenermaßen im Herbst und Winter sehr stark unter der Kälte. Ich duschte teilweise zweimal am Tag, um mich so richtig aufzuwärmen und auch sonst musste ich mich ständig sehr warm einpacken, von kalten Füßen und Händen ganz zu schweigen. Nach etwa zwei Jahren verbesserte sich dieser Zustand aber erheblich, da ich anfing, Dinge zu tun, die für mich früher undenkbar gewesen wären…ich verließ meine Komfortzone und mein Zustand veränderte sich schnell und so wurde ich in kürzester Zeit zu einem derjenigen Menschen, die noch bei 5 °C Außentemperatur mit T-Shirt und Short herumspazierten.

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Ich fing damit an, dass ich mich im Sommer kaum noch zu Hause duschte. Stattdessen badete ich nur noch in offenen Gewässern, wie in Seen, Flüssen oder Bächen. Besonders die Isar, die aus den Alpen kommt, war sogar im Sommer manchmal eine echte Herausforderung. Aber es ging mir nicht darum herumzusitzen und lange dort zu verweilen und gelegentlich zu baden, sondern vielmehr meinen Körper zu erfrischen und ihn zu energetisieren. Dabei fing ich auch an, auf Bikinis oder Badeanzüge zu verzichten. Am Anfang war das für mich nicht leicht und ich vergewisserte mich stets, ob jemand in der Nähe war, doch mit der Zeit wurde ich immer lockerer. So badete ich manchmal völlig nackt, manchmal mit nur einer Unterhose und manches mal einfach mit dem Kleid, welches ich am Körper trug. So zu baden, war einfach ein himmlisches Gefühl und ich nahm wahr, wie viel verbundener ich mit allem bin. Mit der Zeit entwickelte ich eine regelrechte Sehnsucht nach dieser Art des Badens und ging sogar an regnerischen Tagen in natürliche Gewässer.

Der Herbst begann und die Temperaturen sanken beständig unter 12 Grad, doch dies hielt mich nicht davon ab, mich wieder in meinen Seen, Flüssen und Bächen aufzuladen. Es fühlte sich regelrecht so an, als würde mein Akku zu hundert Prozent aufgeladen werden. Natürlich kostete dies oft sehr viel Überwindung und gelegentlich brauchte ich bis zu zwanzig Minuten, um mich kurz in dem kühlen Nass zu baden, doch ich schaffte es schließlich jedes mal. Ich fing mit den Füßen an und nahm dann Wasser in meine Hände, mit dem ich mein Gesicht wusch und über die Arme und Rücken verteilte und ging immer tiefer hinein. Kam ich dann wieder heraus, fühlte ich mich wie neugeboren, schlüpfte barfuß in meine Klamotten, die meist aus einem T-Shirt und einer Short und sonst nichts bestanden und radelte zwanzig Minuten singend nach Hause. Während andere Menschen mir entgegenkamen, die fröstelnd in ihren Mantel eingehüllt waren, fühlte ich zwar die kühle Luft an meiner Haut, jedoch kam die Kälte nicht in meinen Körper hinein und ein warmes, von innen strahlendes Gefühl umgab mich.

Wenn du anfängst regelmäßig draußen zu baden und auch in der kälteren Jahreszeit für kurze Zeit barfuß zu laufen, wirst du mit einem schönen Teint, Kälteunempfindlichkeit, guter Durchblutung und allerlei anderen Vorzügen belohnt.

Es mag am Anfang ein wenig schwer fallen, aber auch wild lebende Tiere haben nicht die Vorzüge warmen Wassers und sich abzuhärten stellt einen wichtigen Schritt dar, um wieder zur natürlicher Gesundheit und Wohlbefinden zurückzukehren. Da dies am Anfang schwer fällt, empfehle ich im späten Frühling damit zu beginnen, oder in der kalten Jahreszeit bereits mit Wechselduschen und täglichem Barfußlaufen von mindestens zehn Minuten zu beginnen.

 

 

Hier geht es zu meinem Beitrag über das Barfußlaufen

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